Woche Nummer 3

Am Dienstag war dann der Tag meiner Präsentation. Insgesamt muss immer einer eine Präsentation zu irgendeinem Thema machen… bisher hab ich Aufsätze zu den Themen „Leben um zu Arbeiten oder umgekehrt“, „Alleine oder in der Gruppe reisen“ oder „Gehälter von Fußballspieler“ vorgelegt.
Heute hab ich dann allerdings die Bundestagswahlen 2013 vorgestellt, was Laura mal wieder sehr freute, da sie das sehr interessierte. Hab also angefangen die Parteien vorzustellen, sowie das Wahlsystem zu erklären, die letzten Koalitionsregierungen zu erläutern, über die Wahlkampfthemen zu sprechen und erklärte wie das auf Landesebene läuft. Laura war ganz überrascht, dass wir in Deutschland keinen Mindestlohn haben, weil das in Spanien ganz selbst verständlich ist :D hab dann insgesamt über eine Stunde über die BRD und die Parteien geredet. Laura weiß jetzt voll Bescheid ;-P
Am Nachmittag bin ich dann mit der grupo in das Museo de las bellas artes gegangen. An sich ein sehr schönes Museum, allerdings sind die Gemälde sehr religionslastig. Meistens war die Kreuzigung Jesus zu sehen oder Himmel und Hölle mit ein paar Engel oder die Jungfrau Maria mit dem kleinen Jesuskind. Ich interessiere mich dann doch lieber für die historischen Gemälde die geben irgendwie mehr her.

Am Mittwoch war dann Patrizia dran mit ihrer Präsentation: koreanische Schriftzeichen. Uiuiuiui… wie kompliziert! Die haben 21 Vokale und 39 Konsonanten! Weiß jetzt auch wie mein Name auf Koreanisch geschrieben wird war sehr interessant. Abends haben wir dann bei uns daheim mit Estrella eine kleine Kochstunde veranstaltet. Christina, Jenna und ich durften uns in der spanischen Küche üben. Eine klassische tortilla de patatas und gazpacho sollte es werden. So begannen wir die Kartoffeln und Tomaten zu schälen und brutzelten dann nach und nach sogar eine richtig schöne Tortilla zusammen bzw. machten eine sehr leckeres Gazpacho. Wenn ich wieder daheim bin, versuch ich mich vllt auch mal dran Alles in allem ein toller Abend, bei dem wir viel gelernt haben

Am Donnerstag war dann die Regina (Ingolstädterin, ist seit Montag in unserem Kurs) mit ihrer Präsentation an der Reihe. Thema: Oktoberfest! :D Was sonst? :-P War auch sehr lustig, weil Laura versucht hat „O’zapft ist“ auszusprechen und recht ungläubig geschaut hat, als Regina den Bierpreis für eine Maß genannt hatte. Abgeschlossen wurde das Ganze mit dem Abspielen der typisch bayrischen Bierzeltmusik :-P
An dem Tag haben wir dann auch zwei Neue dazubekommen. Alexandre, Schwiizer, allerdings aus dem französischen Teil. Zum Glück kann er aber auch gut deutsch sprechen. Die andere Neue war Christa aus Bremen. Christa ist so Ende 50 und leider etwas nervig. Eigentlich wurde sie auf B2 eingestuft, hatte aber keine Lust auf den Kurs, da sie den schon öfters besucht hat und hat sich kurzerhand selbst bei C1 eingestuft. Allerdings verwechselt sie ständig sämtliche Verbformen und hält den Unterricht dezent auf :-/ naja… bis Mittwoch ist sie noch da. Werde ich schon aushalten.
Da am Abend der FC Sevilla in der Europaleague ranmusste, machte ich mich abends auf um einer Bar ausfindig zu machen, die die Partie übertrug. Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht, da der andere sevillanische Verein Real Betis zeitgleich spielte und fast alle Bars dieses Spiel übertrugen -.- nachdem schon 20 Minuten gespielt waren, fand ich dann doch noch eine Bar. Sevilla gewann und ist dank dem Unentschieden von Freiburg Tabellenführer in ihrer Gruppe. So kanns weitergehen

Am Freitag stellte Alexandre die Schweiz, insbesondere die sprachliche Situation vor. Von einem Land, in dem 4 Sprachen (F, D, It und Rätoromisch) gesprochen werden, gibts schließlich auch einiges zu berichten Am späten Nachmittag machte ich mich dann mit der Gruppe auf das Flamenco Museum in Sevilla zu besuchen, das bisher auch das einzige auf der Welt ist. Nach einer kurzen Einführung über die Geschichte des Flamencos und einen Rundgang durchs Museum durften wir dann eine kleine Flamencoshow bestaunen Später am Abend traf sich dann die Gruppe privat um in eine Bar zu gehen. Letztendlich wurde es dann „la bicicleta“ (dt. das Fahrrad). Was soll ich sagen? Was eine witzige Bar! An sich hätte man sowas wohl auch eins zu eins in Berlin finden können. Sehr verrückter Laden. An den Wänden hingen alte retro Fahrräder bzw. Fahrradzubehör. Die Lampenschirme waren auch genial. Einer bestand aus einem Flamencokleid, ein anderer aus einem Regenschirm und einer aus zusammengeklebten alten Kassetten :-P Wir unterhielten uns über dies und das und zu später Stunden traten wir dann wieder den Heimweg an.

Ich würde an sich gerne ein paar Bilder hochladen, damit man einen besseren Eindruck bekommt, aber irgendwie spielt die Seite hier da nicht mit :-( klappt nicht wirklich. Menno.

Am Samstag musste ich dann Abschied von Christina und Jenna nehmen, die weiter nach Almeria reisten, wo sie Englischkurse für kleine Kinder geben würden. Schade, war echt witzig mit den beiden.
Mittags traf ich mich mit Regina und Patrizia an der Kathedrale um diese zu besichtigen und die Giralda zu besteigen. La Catedral de Santa María de la Sede ist wirklich beeindruckend (kein Wunder… ist auch nach dem Petersdom und der St. Pauls die dritte größte auf der Welt!). Nachdem wir die 34 Ebene der Giralda erklommen haben, bot sich uns ein sehr schöner Ausblick auf Sevilla. Von dort oben sah man auch erstmals welche Häuser eine Dachterrasse, und somit meist auch einen Pool haben. Da bekam man gleich Lust auf Meer. Patrizia und Regina und noch zwei andere, die mit dabei waren, bekamen langsam Hunger und so setzen wir uns in einer der vielen Bars um was zu essen. Also die Anderen… ich nicht, denn bei mir gab es ja später zuhause etwas. Als das Essen dann da war, kamen -  wie so oft in Sevilla  - zwei „gitanos“ die sangen und Gitarre spielten um anschließend evtl dafür einen kleinen Obolus zu erhalten. Als sie begangen, standen sofort zwei Frauen so etwa Mitte fünfzig auf und tanzen zum Rhythmus der Musik. Das ist eben Spanien Sowas würde man in Deutschland wohl kaum finden. Es blieb auch nicht bei nur einem Lied, sodass sich das Ganze zu einer kleinen Unterhaltungsshow für die essenden Leute drum herum entwickelte. Tja, die Südländer habens eben im Blut

Nach dem Mittagessen daheim hab ich dann den Glubb verfolgt und mich geärgert, dass der Esswein den Sack leider nicht zugemacht hat. Naja… wenigstens einen Punkt gegen die Lüdenscheider. Muss reichen :-/ Anschließend setze ich mich an den Plaza nueva um ein bisschen was für die Uni zu tun (möchte die Sonne noch so lange wie möglich genießen). Abends traf sich dann die Gruppe wieder. Same procedure as yesterday

Am Sonntag unternahm ich dann nichts besonderes. Vormittags setze ich mich ans Flussufer – wieder vollbeladen mit Büchern. Später wurde es dann zu heiß, sodass ich im Starbucks weiterlernte. Pünktlich um 3 zum Mittagessen war ich wieder zu Hause und wartete dann ganz gespannt auf das Wahlergebnis. Ehmmm ja … schön ist was anders, nicht? Werde das Ganze und die möglichen Koalitionsbildungen natürlich von hieraus weiter verfolgen. Am Abend stand dann wieder ein Ligaspiel an. Sevilla musste in Valencia ran. Endstand. 3:1 für Valencia -_- Sevilla ist somit LETZTER in der Primera División. Ach irgendwas mache ich falsch bei der Auswahl meiner Lieblingsvereine :-/

LG Patrick :-)

1 Kommentar 23.9.13 16:44, kommentieren

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2. Wochenende :-)

Sooo   also das Sherry wine tasting war sehr interessant. An sich ist diese Sorte von Wein (sp. Jerez) allerdings eher nichts für mich. Lery (Spitzname von  Aurelio) hat uns 7 verschiedene Sorten mitgebracht und kurz die Geschichte des Jerez erzählt bis wir dann von jedem Wein jeweils ein bisschen was probiert haben. Die Weine haben in der Regel 17 – 18% (könnte bei uns also schon als milder Shot durchgehen). So war ich auch ziemlich froh, dass viele Leute zu der dégustation erschienen sind, sodass jeder nur einen kleinen Schluck bekommen hat, denn bei den hohen Temperaturen hier, steigt der Wein einem schon mal zu Kopf ;-P Anschließend bin ich noch mit den zwei Österreicherinnen, der Niederländerin und einer Deutschen einen tinto de verano und tapas essen gegangen. Das war wenigstens genießbar

Kurz um das vllt nochmal zu erklären, weil schon gefragt wurde: Ich bekomme bei meiner Gastfamilie 2 Mahlzeiten am Tag: Frühstück (desayuno) und Mittagessen (almuerzo). Abends muss ich dann schauen wie ich klar komme. Da man bei der Wärme aber eh nicht so viel essen kann und mir in der Regel zwei Tapas am Abend reichen, komm ich hier mit dem Geld ziemlich gut hin. Allgemein habe ich auch den Eindruck, dass im Zuge der crisis die Preise hier gesunken sind. Jedenfalls kamen sie mir vor zwei Jahren als ich auf meiner Interrailreise kurz hier war, höher vor. So zahle ich am Abend eig nie mehr als 7 € (zwei Tapas und ein Bier/tinto de verano).
Später am Abend sind wir dann noch mit der Gruppe in einer der unzähligen Kneipen/Bares gegangen und haben den Abend gemütlich ausklingen lassen.

 

Am Samstag war dann leider nichts mit Ausschlafen, weil ich mich dazu entschlossen hatte, dass ich das Wochenende nutze um einen Tag nach Córdoba zu fahren. Da der Bus um 9 Uhr ging und ich früher da sein wollte, da ich nicht wusste wie viel Platz noch in dem Fernbus war, klingelte bereits um 7:30 Uhr der Wecker. Ich machte mich auf zum Plaza de Armas, wo ich für gute 10 € ein Ticket in die ehemalige Hauptstadt des arabischen Reiches Al-Andaluz kaufte. Nach 1 ½ Std. bin ich dann auch endlich angekommen. Der Bus war leider derart stark klimatisiert, dass ich mich über die Hitze, die mich empfing sehr freute. Nachdem ich dann kurz beim oficina de turismo vorbeigeschaut und eine Stadtkarte abgestaubt hatte, begang ich meinen Streifzug

Als erstes ging es natürlich zum Wahrzeichen der Stadt: die Mezquita von Córdoba. Insgesamt ist die Mezquita sehr schön und auch die kleinen Gässchen drum herum laden zum flanieren ein Córdoba ist auch eine tolle Stadt, aber Sevilla ist und bleibt man Favorit. Der Stadt kann niemand das Wasser reichen ;-P Eigentlich wollte ich mir  auch das Innere der Mezquita ansehen, aber da der Eintritt gleich mal schlappe 18 € kostete, hab ichs mir dann doch geschenkt. Studenten hätten zwar nur 9€ bezahlt, da ich aber meine Studentenausweis nicht mit nach Spanien mitgenommen habe, musste ich leider passen. Bin dann weiter Richtung der Alcazares der christlichen Könige, die 1328 gebaut wurden und bis zur Rückeroberung von Granada den katholischen Königen als Residenz diente. Für 2,25 € durfte man eintreten und eine wunderschöne Gartenanlage bestaunen. Wenn die Spanier eines können, dann sind es Garten- und Parkanlage. So schööön!! wäre am liebsten die ganze Zeit dort geblieben, aber es gab ja noch mehr zu sehen. Bin dann weiter durch die Altstadt gezogen, die immer wieder sehr schöne Innenhöfe und Geschäftchen zu bieten hat. Schnell ein Stamperl gekauft und dann gab es endlich was Essen. Nachdem ich gestärkt war, ging es dann weiter um noch ein paar Kirchen etc. anzusehen (aber nichts wirklich atemberaubendes). Córdoba ist eben ein bisschen kleiner als Sevilla um Viertel vor Sieben gings dann wieder zurück. Ziemlich müde vom Tag, da ich doch eine recht gute Strecke zurückgelegt hatte, fiel ich ins Bett

Am Sonntag hatte ich nichts besonders vor. Am Vormittag hab ich die Sonne am Plaza Nueva genossen und ein bisschen universitäres Zeug erledigt. Am Nachmittag hab ich mich dann vor dem Laptop verschanzt, um zu wissen was der Glubb wieder verzapft und um die Ergebnisse der Landtagswahl zu erfahren. Bekanntlich, war beides nicht das Gelbe vom Ei, sodass ich mich dann um 22 Uhr mit ner Flasche Bier (Cruzcampo, Gründungsdatum 1904!) an den Guadalquivir setzte und mich mit Musik ablenkte :-P Abends ist es am Fluss so toll. Mache das jetzt glaube ich jeden Abend

Am Montag gings natürlich wieder in die Schule. Da Melanie ihre Arbeit in Sevilla aufgenommen hatte, waren wir nur noch zu zweit. Schuuujooong (Patrizia) und ich :D Wir haben allerdings die meiste Zeit nur geredet. Über Märchen, Parksituationen in Südkorea, Deutschland und Spanien, sowie über Klischeedenken und Geschichte. Hab dann viel über das dritte Reich erzählt, wovon die Laura ganz angetan war, da sie es äußert spannend fand, das Ganze aus Sicht eines Deutschen zu hören. Ihrerseits erzählte sie dann viel über die Franco-Diktatur die erst seit 1975 beendet ist. Patrizia gab dann Auskunft über das Verhältnis Südkorea – Nordkorea und auch über das zu Japan. Alles in allem ein spannender Schultag Als Hausaufgaben haben wir aufbekommen fünf Bilder rauszusuchen, die unser Land am besten beschreiben. Oktoberfest, Autoindustrie, Brandenburger Tor, Schweinsbraten, Goethe und Schiller oder? :-P
Am Nachmittag bin ich dann beim paseo (Spaziergang) mitgegangen, den wir wieder mir Lery gemacht haben. Er erzählte einiges über verschieden Gebäude in Sevilla, die Universität, die früher eine Tabakfabrik war und über den Parque María Luisa und den Plaza de España.
Später am Abend fanden wir estudiantes uns dann in einer richtig urigen Bodega in einer der vielen kleinen Straßen in Sevilla ein. Das Publikum darin war wohl ziemlich durchgemischt. Von jung bis alt vom Business Man bis zum Hippie war alles dabei. Das tolle an der Kneipe: es wurde kostenlos Livemusik gespielt. Heißt, dass einer in der Regel immer eine Gitarre dabei hat und dann verschiedene SpanierInnen die typischen andalusischen Lieder anstimmen. War sehr cool und wir kommen bestimmt nochmal her

17.9.13 18:46, kommentieren