Erste Woche und Wochenende

Sooo :-) so langsam hat sich der Alltag eingestellt und darüber gilt es natürlich zu informieren

Am Montagabend kam die Nicole (für die, die es nicht wissen: meine ehemalige Spanischlehrerin) in Sevilla an woraufhin wir uns natürlich gleich zum Abendessen trafen. Dass sie überhaupt kam, haben wir spontan im Frühjahr entschieden. Als ich ihr erzählt hatte, dass ich im September einen Sprachkurs in Sevilla mache, war sie gleich begeistert und meinte, dass sie sich für die Zeit doch in einem Hotel einnisten könne und wir nach meinem Unterricht gemeinsam durch die Stadt schlendern und schön Tapas essen gehen können. Gesagt, getan :-)

Allgemein sollte man wissen, dass es sich bei Sevilla um eine der heißesten Großstädte Spaniens handelt. Nachmittags bleibt man in den Regel in den Häuser und hält seine Siesta, ehe man gen Abend (so um 19 oder 20 Uhr), wenn die Temperatur auf angenehme 28 Grad abkühlt ist, wieder herauskriecht und dann ungefähr um 22 Uhr mit Freunden in einer der vielen Tapas Bars zusammen isst. Vor Mitternacht geht man nicht ins Bett und bis dahin herrscht auch buntes Treiben auf den Straßen dieser wunderschönen Stadt. So verbrachten wir ebenfalls einen schönen Sommerabend mit tortilla und tinto de verano in einer Tapas Bar.

Am nächsten Tag hieß es wieder früh aufstehen, in die Schule, anschließend nach Hause, kurze Siesta, Mittagessen um 3, bei dem ich ein anregendes Gespräch mit den Amis über Klischeedenken hatte Hab sie davon überzeugen können, dass nicht alle Deutsche Lederhose tragen, die ganze Zeit Bier trinken und Schuhplattler tanzen :-P Andersrum durfte ich erfahren, dass die Amerikaner bei weitem nicht so drauf sind, wie sie in Filmen wie Project X oder American Pie dargestellt werden :-P Abends traf ich mich dann wieder mit der Nicole um Daniel zu treffen, der an der Partnerschule vom PGN in Sevilla unterrichtet. Leider findet der Schüleraustausch nur alle 2 Jahre statt, sodass ich damals nicht teilnehmen konnte, sonst hätte ich Daniel schon vorher gekannt. Wir liefen zu dem vereinbarten Treffpunkt „pollo loco“ (dt. verrücktes Hühnchen), welches in dem Szeneviertel Triana liegt und Daniels Vater gehört. Als wir ankamen, war die Bar leider zu und Daniel war auch über WhatsApp nicht zu erreichen, sodass wir uns in eine andere Tapas Bar setzen und aßen. Ich bestellte einen Kartoffelsalat der sehr verknoblaucht, aber sehr lecker war (musste dabei an die N.S. aus N. denken… der hätte das sicher auch geschmeckt :D). Als Nicole dann später wieder in ihrem Hotelzimmer war, ist ihr eingefallen, dass heute ja Dienstag war und sie mit Daniel ausgemacht hatte, dass sie sich am Mittwoch treffen wollen. Es war also somit kein Wunder, dass niemand anzutreffen war :-P

So fuhren wir am Mittwochabend dann mit dem Taxi dorthin (ist sehr billig hier! Und das Taxameter rechnet in 0,05 € Schritten). Diesmal hatte die Bar offen und auch Daniel war da zusammen mit seiner Frau Maria verbrachten wir einen schönen Abend, wobei Nicole von unserer Seite aus das Gespräch führte, da sie in Spanisch fast Muttlersprachlerniveau hat und ich mich noch nicht so richtig traue Spanisch zu sprechen.

Am Donnerstag ging es dann abends mal zur Abwechslung in eine pinchos-Bar, die ihren Ursprung eigentlich im Baskenland haben, aber natürlich auch hier im Süden sehr beliebt und lecker sind.

Am Freitag stand dann endlich der Beginn des Wochenendes an, den wir bei Maríluz (ebenfalls eine Lehrerin von der Partnerschule) an der Küste (la Antilla) verbringen wollten, da sie uns eingeladen hatte zu kommen. So war der Unterricht für mich schon um kurz vor 11 zu Ende, da um 11:30 Uhr bereits der Bus nach Lepe ging. Natürlich hab ich mir von Laura den Unterrichtsstoff + Extraarbeit mitgeben lassen, damit ich meinen Ausfall kompensieren kann

Um halb zwei etwa sind wir dann angekommen. Maríluz hat uns natürlich vom Bahnhof abholt und uns anschließend nach la Antilla gefahren. Erst wollten Nicole und ich ja ein Hotelzimmer fürs Wochenende nehmen. Da die Spanier aber überaus gastfreundliche Menschen sind, hat Maríluz gleich gesagt, dass wir in ihrem Haus mit schlafen können. Nicole und ich dachten also, dass wir mit ihm Haus der Familie übernachten werden… aber falsch gedacht! Die Eltern von Maríluz haben vor drei Jahren ein Ferienhaus, das sie normalerweise vermieten, gekauft und uns für das Wochenende zu Verfügung gestellt! Ein Haus DIREKT am Meer. Ungefähr 50 Meter davon entfernt. Man braucht nur die Treppe runter über die Strandpromenade zu gehen und schon ist der Strand da :-) Wir wussten beide gar nicht wie uns geschieht :-P und auch das Haus war total super. Es gab vier verschiedene Schlafräume und zwei Badezimmer und von der Terrasse konnte man beim Frühstück das Meer betrachten :-) Das war also definitiv mehr als wir erwartet haben.

 

Als wir dann dort waren, sind wir anschließend gleich Essen gegangen, bei dem Maríluz auch erfuhr, dass ich keinen Fisch mag, was sie gar nicht verstehen konnte (schließlich wohnt sie am Meer und isst oft Fisch). Allgemein habe ich bei dem Wochenaufenthalt nicht sooo viel Spanisch gesprochen, weil die Nicole ja perfekt auf die Fragen von Maríluz und ihrem Mann Carlos antworten kann, als ich es je könnte. Allerdings wollte Maríluz mich immer dazu ermutigen und animieren zu sprechen. Wenn ichs nicht tue dann Zitat „gibts eine Bestrafung! Du musst ganz viel Fisch und Garnelen essen“ :D Zum Glück hat sies nie wahr gemacht :-P Nach dem Essen haben wir uns dann schön am Strand in der Sonne brutzeln lassen  Nicole hat zum Wasser ungefähr die gleiche Einstellung wie die Mudda, sodass das Wasser Kniehöhe nicht übersteigen darf. Ich hab mich dagegen in die Fluten gestürzt und war überrascht wie warm das Wasser des Atlantiks war, da mir sowohl Estrella als auch meine Lehrerin Laura prophezeit hat, dass der Atlantik zu der Zeit ziemlich kalt sei. Hat sich aber ja zum Glück nicht bewahrheitet. Bräunen konnte man sich anschließend auch gut, da an der Küste immer ein guter Wind geht und die Sonne nicht so runterprellt wie in Sevilla.

 

Um 22 Uhr sind wir dann Essen gegangen (auch ganz normale Zeit für das Abendessen in Spanien). Diesmal war auch der Freund von Maríluz namens Carlos dabei. Auch er ist sehr nett, aber da er unter der Woche in Córdoba arbeitet, fiel es mir nicht leicht ihn zu verstehen, da dieser Dialekt schon ziemlich übel ist^^. Für mich gabs zum Essen lecker Salat während die anderen mal wieder Fisch zu sich genommen haben und nur den Kopf über mich geschüttelt haben :-P

 

Am nächsten Tag, der leider sehr bewölkt und grau war (ja auch sowas gibts in Südspanien^^) haben wir uns dann per Auto auf nach Portugal gemacht, was nur 20 Minuten Fahrzeit von La Antilla entfernt liegt. Wir überquerten die Puente Internacional del Guadiana, die über den Fluss Guadiana gebaut worden ist und als Grenze zwischen Portugal und Spanien dient. Schwuppdiwupp war eine Stunde hinzugewonnen, da in Portugal ja in einer anderen Zeitzone liegt… naja gut die Stunde haben wir auf der Rückfahrt natürlich wieder verloren ;-P Anschließend aßen wir dann in Strandnähe hinter der Grenze zu Mittag. Ich verdrückte ein hervorragendes Käseomelett, dass ebenfalls meiner Schwester sehr gemundet hätte :-) Dann stand ein Verdauungsspaziergang durch das portugiesische Städtchen Vila Real an, in dem ich dann auch gleich ein Stamperl für meine Sammlung gekauft habe :-P Wir besichtigten noch eine alte Burganlage von der aus man perfekt rüber auf Spanien schauen konnte :-)

 

Schließlich traten wir den Rückweg an (Mist! Die Stunde war wieder weg!), hielten aber noch im spanischen Städtchen Ayamonte (das erste nach der Grenze) und konnten ein Art Umzug betrachten, bei dem sich die ganzen Spanierinnen in die traditionellen Flamenco-Kleider geschmissen hatten. Wieder daheim ging es abends wieder essen, sodass wir beide dann irgendwann totmüde ins Bett gefallen sind.

 

Am nächsten Tag war das Wetter zum Glück wieder so wie es sein sollte, sodass wir am Vormittag nochmal kurz an den Strand gegangen sind, ehe es hieß Abschied zu nehmen :-) Schade… der Strand und das Haus waren wirklich toll! Maríluz holte uns um 14:30 Uhr ab und fuhr uns zu ihrem Elternhaus, wo wir ihre Eltern und die Oma kennenlernten und uns für das Obdach bedankt haben. Die ganze Mannschaft speißte dann noch vorzüglich (Pollo! :-)) bis wir dann schließlich wieder losmussten und die zweistündige Heimreise nach Sevilla antraten. Alles in allem war es ein sehr gelungenes Wochenende! :-)

10.9.13 16:36

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marion (11.9.13 16:51)
Hi Paddy,
nach solch tollen Erlebnissen willst du doch sicher nicht mehr nach Hause.
Bei uns klappen die um 22.00 Uhr die Gehsteige hoch.
Ich glaube an solch ein Leben kann man sich
gewöhnen.
Ich wünsch dir noch eine schöne Zeit und lern
fleißig spanisch, wer weis für was es gut
ist.
Weiterhin soviel Spaß

Marion

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