2. Wochenende :-)

Sooo   also das Sherry wine tasting war sehr interessant. An sich ist diese Sorte von Wein (sp. Jerez) allerdings eher nichts für mich. Lery (Spitzname von  Aurelio) hat uns 7 verschiedene Sorten mitgebracht und kurz die Geschichte des Jerez erzählt bis wir dann von jedem Wein jeweils ein bisschen was probiert haben. Die Weine haben in der Regel 17 – 18% (könnte bei uns also schon als milder Shot durchgehen). So war ich auch ziemlich froh, dass viele Leute zu der dégustation erschienen sind, sodass jeder nur einen kleinen Schluck bekommen hat, denn bei den hohen Temperaturen hier, steigt der Wein einem schon mal zu Kopf ;-P Anschließend bin ich noch mit den zwei Österreicherinnen, der Niederländerin und einer Deutschen einen tinto de verano und tapas essen gegangen. Das war wenigstens genießbar

Kurz um das vllt nochmal zu erklären, weil schon gefragt wurde: Ich bekomme bei meiner Gastfamilie 2 Mahlzeiten am Tag: Frühstück (desayuno) und Mittagessen (almuerzo). Abends muss ich dann schauen wie ich klar komme. Da man bei der Wärme aber eh nicht so viel essen kann und mir in der Regel zwei Tapas am Abend reichen, komm ich hier mit dem Geld ziemlich gut hin. Allgemein habe ich auch den Eindruck, dass im Zuge der crisis die Preise hier gesunken sind. Jedenfalls kamen sie mir vor zwei Jahren als ich auf meiner Interrailreise kurz hier war, höher vor. So zahle ich am Abend eig nie mehr als 7 € (zwei Tapas und ein Bier/tinto de verano).
Später am Abend sind wir dann noch mit der Gruppe in einer der unzähligen Kneipen/Bares gegangen und haben den Abend gemütlich ausklingen lassen.

 

Am Samstag war dann leider nichts mit Ausschlafen, weil ich mich dazu entschlossen hatte, dass ich das Wochenende nutze um einen Tag nach Córdoba zu fahren. Da der Bus um 9 Uhr ging und ich früher da sein wollte, da ich nicht wusste wie viel Platz noch in dem Fernbus war, klingelte bereits um 7:30 Uhr der Wecker. Ich machte mich auf zum Plaza de Armas, wo ich für gute 10 € ein Ticket in die ehemalige Hauptstadt des arabischen Reiches Al-Andaluz kaufte. Nach 1 ½ Std. bin ich dann auch endlich angekommen. Der Bus war leider derart stark klimatisiert, dass ich mich über die Hitze, die mich empfing sehr freute. Nachdem ich dann kurz beim oficina de turismo vorbeigeschaut und eine Stadtkarte abgestaubt hatte, begang ich meinen Streifzug

Als erstes ging es natürlich zum Wahrzeichen der Stadt: die Mezquita von Córdoba. Insgesamt ist die Mezquita sehr schön und auch die kleinen Gässchen drum herum laden zum flanieren ein Córdoba ist auch eine tolle Stadt, aber Sevilla ist und bleibt man Favorit. Der Stadt kann niemand das Wasser reichen ;-P Eigentlich wollte ich mir  auch das Innere der Mezquita ansehen, aber da der Eintritt gleich mal schlappe 18 € kostete, hab ichs mir dann doch geschenkt. Studenten hätten zwar nur 9€ bezahlt, da ich aber meine Studentenausweis nicht mit nach Spanien mitgenommen habe, musste ich leider passen. Bin dann weiter Richtung der Alcazares der christlichen Könige, die 1328 gebaut wurden und bis zur Rückeroberung von Granada den katholischen Königen als Residenz diente. Für 2,25 € durfte man eintreten und eine wunderschöne Gartenanlage bestaunen. Wenn die Spanier eines können, dann sind es Garten- und Parkanlage. So schööön!! wäre am liebsten die ganze Zeit dort geblieben, aber es gab ja noch mehr zu sehen. Bin dann weiter durch die Altstadt gezogen, die immer wieder sehr schöne Innenhöfe und Geschäftchen zu bieten hat. Schnell ein Stamperl gekauft und dann gab es endlich was Essen. Nachdem ich gestärkt war, ging es dann weiter um noch ein paar Kirchen etc. anzusehen (aber nichts wirklich atemberaubendes). Córdoba ist eben ein bisschen kleiner als Sevilla um Viertel vor Sieben gings dann wieder zurück. Ziemlich müde vom Tag, da ich doch eine recht gute Strecke zurückgelegt hatte, fiel ich ins Bett

Am Sonntag hatte ich nichts besonders vor. Am Vormittag hab ich die Sonne am Plaza Nueva genossen und ein bisschen universitäres Zeug erledigt. Am Nachmittag hab ich mich dann vor dem Laptop verschanzt, um zu wissen was der Glubb wieder verzapft und um die Ergebnisse der Landtagswahl zu erfahren. Bekanntlich, war beides nicht das Gelbe vom Ei, sodass ich mich dann um 22 Uhr mit ner Flasche Bier (Cruzcampo, Gründungsdatum 1904!) an den Guadalquivir setzte und mich mit Musik ablenkte :-P Abends ist es am Fluss so toll. Mache das jetzt glaube ich jeden Abend

Am Montag gings natürlich wieder in die Schule. Da Melanie ihre Arbeit in Sevilla aufgenommen hatte, waren wir nur noch zu zweit. Schuuujooong (Patrizia) und ich :D Wir haben allerdings die meiste Zeit nur geredet. Über Märchen, Parksituationen in Südkorea, Deutschland und Spanien, sowie über Klischeedenken und Geschichte. Hab dann viel über das dritte Reich erzählt, wovon die Laura ganz angetan war, da sie es äußert spannend fand, das Ganze aus Sicht eines Deutschen zu hören. Ihrerseits erzählte sie dann viel über die Franco-Diktatur die erst seit 1975 beendet ist. Patrizia gab dann Auskunft über das Verhältnis Südkorea – Nordkorea und auch über das zu Japan. Alles in allem ein spannender Schultag Als Hausaufgaben haben wir aufbekommen fünf Bilder rauszusuchen, die unser Land am besten beschreiben. Oktoberfest, Autoindustrie, Brandenburger Tor, Schweinsbraten, Goethe und Schiller oder? :-P
Am Nachmittag bin ich dann beim paseo (Spaziergang) mitgegangen, den wir wieder mir Lery gemacht haben. Er erzählte einiges über verschieden Gebäude in Sevilla, die Universität, die früher eine Tabakfabrik war und über den Parque María Luisa und den Plaza de España.
Später am Abend fanden wir estudiantes uns dann in einer richtig urigen Bodega in einer der vielen kleinen Straßen in Sevilla ein. Das Publikum darin war wohl ziemlich durchgemischt. Von jung bis alt vom Business Man bis zum Hippie war alles dabei. Das tolle an der Kneipe: es wurde kostenlos Livemusik gespielt. Heißt, dass einer in der Regel immer eine Gitarre dabei hat und dann verschiedene SpanierInnen die typischen andalusischen Lieder anstimmen. War sehr cool und wir kommen bestimmt nochmal her

17.9.13 18:46

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